Heute vor vier Jahren, liebe Leser, bin ich aus freien Stücken und zu diesem Zeitpunkt für viele überraschend aus der AfD ausgetreten. Es war eine harte Entscheidung, eine, die mir damals außergewöhnlich schwergefallen ist. Mir waren all die Folgen, die diese Entscheidung haben würde, vollständig bewusst. Ich wusste, ich werde meine mediale Reichweite, meinen Einfluss, ja, und absehbar auch mein im Falle eines Verbleibs unangefochtenes politisches Mandat und meinen Platz in der Fraktion im Europäischen Parlament verlieren. Ich habe es dennoch getan. Weil es für mich notwendig geworden war. Weil ich nicht mehr übersehen konnte, dass ich mich mit meiner klar freiheitlichen, strikt marktwirtschaftlich geprägten Linie in dieser Partei definitiv nicht mehr werde durchsetzen können. Weil sich die reaktionären, völkisch und antikapitalistisch geprägten Positionen aus der Ost-AfD, wo bereits der Begriff „liberal“, also freiheitlich, zum Schimpfwort geworden war und zur Abwertung der missliebig gewordenen Mitglieder und Funktionäre eingesetzt wurde, die man partout wegmobben wollte, final durchgesetzt hatte. Ich habe diese Entscheidung, so schwer sie mir damals auch fiel, bis heute keinen einzigen Tag bereut. Weil ich immer wusste, dass sie für mich richtig und eben notwendig war.
Aus der AfD werde ich seither, und insbesondere hier auf meiner Facebook-Seite, mit den wildesten Flüchen belegt. Wahlweise werde ich als „Verräter“, als „U-Boot“, als „Wendehals“, als „Parteienhopper“, als „Nachtreter“, oder, das ist schon geradezu tragikomisch, gerne auch als „V-Mann“ verunglimpft. Es ist mir schlicht zu dumm, auf diese unsinnigen Zuschreibungen einzugehen oder sie zu kommentieren. Nichts von alledem enthält auch nur ein Fünkchen Wahrheit, und jeder, der seine sieben Sinne beisammenhat, kann mühelos sehen, dass ich mir mit dieser Entscheidung zu gehen nur selbst treu geblieben bin.
Wahr ist, dass ich mich nach einem Suchprozess im Anschluss an meinen Parteiaustritt, nach einem kurzen Versuch mit der Zentrumspartei – das sind anständige, aber politisch unambitionierte Zeitgenossen, mit denen eine überregionale politische Arbeit nicht machbar war, weswegen ich diese Partei in gutem Einvernehmen und wechselseitig ohne Groll wieder verließ – schließlich der WerteUnion angeschlossen und dort ein echtes politisches Zuhause gefunden habe. Die WerteUnion ist, anders als die CDU, anders als die AfD, eine Partei strikter Freiheitlichkeit, die den immer stärkeren Einfluss des Staates auf das Leben der Menschen wie auf das wirtschaftliche Geschehen entschlossen zurückdrängen möchte. Weniger Staat, weniger Regulierungen, weniger Einschränkungen der bürgerlichen Freiheiten, dafür steht meine heutige Partei, die WerteUnion, und genau dafür habe auch ich selbst immer gekämpft und tue das weiterhin.
Wer das für aussichtslos hält, der möge das tun. Wer glaubt – wartet es ab! -, diese Partei habe bei Wahlen doch sowieso keine Chance, der mag das glauben. Und wer mir nicht glaubt, der möge mir nicht glauben. Ich befinde mich dagegen nun in einer Partei aus gestandenen Leuten, solchen, die wie ich selbst nicht von der Politik und von Mandaten abhängig sind, weil sie allesamt (!) gute Berufe haben, in denen sie erfolgreich sind, und in der Regel auch Familien, die sie mit durch dieses Engagement tragen. Aktuell befinden wir uns im Wahlkampf zur Landtagswahl in Baden-Württemberg, die am 8. März stattfinden wird, und streben den erstmaligen Einzug in den Landtag an. Mit bescheidenen Mitteln, wie das bei einer noch ganz jungen Partei eben so ist, aber mit einem phantastischen Team und einer Motivation, wie man sie in anderen Parteien ganz gewiss so kein zweites Mal finden wird. In einer hochgradig volatilen politischen Landschaft ist vieles möglich, und es ist im Wahlkampf spürbar, wie sehr sich unzählige Menschen nach einer neuen politischen Kraft jenseits der bislang in den Parlamenten vertretenen Parteien sehnen. Nach einer Kraft elementarer bürgerlicher Vernunft, frei von Ideologien, eine Kraft, die dem Wohl der Menschen im Land wirklich dienen und ihren Wohlstand wie ihre Freiheit sichern will. Das ist unser Angebot, und damit treten wir als Konkurrenten zu den Altparteien inklusive der AfD – denn sie ist selbst längst eine, und sie wissen es auch – zur Landtagswahl an. Als Konkurrenten mit einem konkurrierenden Angebot, nicht als Feinde, ohne Hass und ohne den leider weit verbreiteten Schaum vor dem Mund. Und dann sehen wir am 8. März, wie weit dieses Engagement tatsächlich bei der Wahl getragen hat. Wir sind aus guten Gründen sehr zuversichtlich, der Wahlkampf macht uns Freude, und die vielen guten Bürgergespräche motivieren uns nur noch mehr.
Dass ich dafür hier auf meiner Seite aus dem blauen Lager der AfD-Fanatiker in oft unflätiger, zuweilen ordinärer Weise beschimpft werde, ist, zurückhaltend formuliert, nicht zu akzeptieren. Und es macht nicht ganz geringe Löschaktionen erforderlich, denn ich lasse diese Beleidigungen auf meiner eigenen Seite nicht einfach so stehen. Darum mein Vorschlag an all die blauen Trolle, die sich hier seit Jahren meinen austoben zu müssen: Melden Sie sich einfach als Follower ab und gehen Sie auf Ihre doch sehr zahlreichen blauen AfD-Seiten, um sich dort mit Gleichgesinnten auszutauschen. Sie sind bei mir falsch, und ich kann mit dem „Verlust“ Ihrer Followerschaft bestens leben. Machen Sie doch Ihr Ding auf Ihren Seiten, aber ersparen Sie sich und meinen seriösen Lesern auf meiner Seite Ihre Hasskommentare. Sie werden bei mir eh geblockt, kurzum: Sie verschwenden hier nur Ihre Zeit und die der politisch ernsthaft interessierten Leser. Um nicht missverstanden zu werden, argumentativ kritische Kommentare bleiben selbstverständlich stehen. Nur für Beschimpfungen und AfD-Wahlkampfparolen ist meine Seite definitiv der falsche Ort.
Zum Schluss: Betrachten wir uns doch einfach als Konkurrenten, denn das sind wir. Dass hier x-hundertfach blaue Herzchen und „Nur noch AfD“-Kommentare abgesondert werden, erscheint mir zunehmend wie das blaue Pfeifen im Walde. Da haben welche Angst. Angst, Wählerstimmen an die bessere Alternative, die wir als WerteUnion sind, zu verlieren. Kann schon sehr gut sein, dass diese Angst berechtigt ist. Zumal es immer mehr Menschen dämmert, dass die AfD nach der Landtagswahl im Stuttgarter Landtag sowieso das bleiben wird, was sie allein kann: Daueropposition, mehr nicht (und ihr vorgeblicher Spitzenkandidat Frohnmaier, der nicht einmal auf der Landesliste für die Wahl steht und dem Landtag definitiv gar nicht angehören kann, ist dann ab dem 9.3. sowieso wieder in Berlin und pfeift auf Baden-Württemberg). Nichts, buchstäblich gar nichts erreicht man als Wähler mit einer Stimmabgabe für die AfD. Eine neue politische Kraft im Landtag, eine Kraft der Freiheit, der elementaren bürgerlichen Vernunft, eine Kraft des strikt marktwirtschaftlich ausgerichteten Reformkurses dagegen, die kann durchaus etwas verändern. Und das tut bitter not, in Baden-Württemberg, in Deutschland und in Europa.
Darum: Am 8.3. Ihre Stimmen für die WerteUnion!